Kranich (Grus grus)

Vom Beobachtungsturm bei Immensen aus schweift der Blick über den Polder. Im Westen steht das Schilf dicht an dicht und wiegt sich im Wind. Dem aufmerksamen Beobachter entgeht dabei nicht der lange Hals und der Kopf mit der schwarz-weißen Zeichnung und der roten Kopfplatte, der sich vorsichtig von links nach rechts bewegt. Es ist ein Kranich, der seine Eier im Nest behutsam zurechtrollt, um sie von einer anderen Seite zu bebrüten.

Der Kranich gilt vielerorts als wachsamer, kluger und eleganter “Vogel des Glücks”. Wenn die Vögel im Frühjahr in ihrer typischen Keilformation über unsere Landschaften ziehen, kündigen sie den kommenden Frühling an. Viele Kraniche nutzen den Leinepolder als Rastplatz auf ihrem Zug. Dann lassen sich bei Immensen und Sülbeck, aber auch auf umliegenden Feldern Hunderte, manchmal sogar Tausende Kraniche beobachten. Auch ihr eindrucksvoller Hochzeitstanz ist dann zu sehen: Mit hochgereckten Köpfen springen sie in die Luft und stoßen trompetende Rufe aus.

Der Polder bietet dem Kranich mehr als einen Rastplatz. In der halboffenen Landschaft mit ihren nassen Wiesen findet der große graue Vogel geeignete Brutplätze. Ein hoher Wasserstand ist für eine erfolgreiche Brut besonders wichtig, da er Bodenprädatoren vom Nest fernhält. Gebrütet wird übrigens von beiden Geschlechtern. Die ungestörten, feuchten Flächen boten im Jahr 2025 drei Kranichpaaren geeignete Bruthabitate. Eines der Paare zog dabei sogar zwei Jungvögel groß. Mit etwas Glück lässt sich von den Aussichtstürmen in gebührendem Abstand auch das Familienleben der Kraniche beobachten.

Ihr wollt mehr über den Kranich erfahren? Dann schaut hier tiefer ins Schilf und begleitet ihn durch sein Leben im Polder und auf seinem faszinierenden Vogelzug.